Durchschnittlicher CO₂-Fußabdruck in Deutschland: die ehrliche Zahl
Wie groß ist der durchschnittliche CO₂-Fußabdruck in Deutschland? Die ehrliche Antwort ist unbequem: Es hängt ganz davon ab, was du zählst. Je nach Quelle reichen die Werte von gut acht bis fast zwölf Tonnen pro Person und Jahr — und alle haben auf ihre Weise recht.
Warum die Zahlen auseinandergehen
Sie messen Unterschiedliches:
| Maß | t CO₂(e) / Person / Jahr | Was gezählt wird |
|---|---|---|
| Territoriale Emissionen | niedriger | Nur was innerhalb Deutschlands ausgestoßen wird |
| Konsumbasierter Fußabdruck (UBA) | ~10,3 | Inklusive importierter Güter und aller Treibhausgase |
| Ältere UBA-Lesart (2019) | ~11,6 | Weiterhin oft zitiert |
Die niedrige territoriale Zahl sieht gut aus, verbirgt aber das Wesentliche: Ein großer Teil des Fußabdrucks einer in Deutschland lebenden Person entsteht anderswo — in den Fabriken, in denen unsere Kleidung, Geräte und Autos hergestellt werden. Nur das konsumbasierte Maß erfasst das.
Die ehrliche Zahl
Willst du deine eigene Verantwortung kennen, ist das konsumbasierte Maß — rund 10,3 t CO₂e pro Person und Jahr (Umweltbundesamt) — das relevante. Hier zählen Ernährung, Flüge, Auto und Konsum, egal wo die Emissionen anfallen.
Und das Ziel? Ein mit 1,5 °C vereinbarer Pfad bedeutet laut UBA deutlich unter 1 Tonne CO₂e pro Person. Mit anderen Worten: „durchschnittlich” zu sein reicht bei Weitem nicht — die Lücke zum Ziel ist groß, und wenige Bereiche erklären den größten Teil davon.
Woraus die Lücke besteht
Bei den meisten Menschen in Deutschland steckt der Fußabdruck in vier Dingen: Flüge, Auto, Fleisch und der Kauf neuer Dinge. Dazu kommt in vielen Haushalten die Wärme: Mit Gas oder Öl beheizte Wohnungen sind hierzulande oft ein großer Posten — anders als beim Strom, der zunehmend erneuerbar wird.
Das ehrliche Fazit
Wenn du das nächste Mal eine Zahl für „den durchschnittlichen Deutschen” siehst, frag, auf welchem Maß sie beruht. Die niedrige ist territorial; die ehrliche ist konsumbasiert und deutlich höher. CO2Mate vergleicht dich mit dem echten Durchschnitt deines Landes — und mit dem Ziel, nicht nur mit der Masse — ohne dir nebenbei CO₂-Kompensation zu verkaufen.
Quellen: Umweltbundesamt (territoriale und konsumbasierte Emissionen); Our World in Data (CO₂ pro Kopf); IPCC AR6 Arbeitsgruppe III (CO₂-Budget für 1,5 °C).