Der CO₂-Fußabdruck von Kleidung: Jeans, T-Shirts und Fast Fashion
Eine einzige Jeans verursacht über ihr Leben rund 20–30 kg CO₂e, ein Baumwoll-T-Shirt etwa 2–7 kg. Multipliziere das mit einem Kleiderschrank, der schnell gekauft und schnell aussortiert wird, und Kleidung wird zu einem echten Posten im Konsum-Fußabdruck — die Modeindustrie wird auf 2–8 % der globalen Emissionen geschätzt.
Wo sich die Emissionen verstecken
Bei den meisten Kleidungsstücken dominiert die Herstellung des Stoffs den Fußabdruck, nicht der Transport:
| Kleidungsstück | ~kg CO₂e (Lebenszyklus) |
|---|---|
| Baumwoll-T-Shirt | ~2–7 |
| Jeans | ~20–33 |
| Polyesterkleid | ~15–30 |
| Paar Sneaker | ~14 |
Zwei Dinge treiben die Zahl: die Faser (Baumwolle ist durstig; Synthetik kommt aus Erdöl) und wie lange du das Teil trägst. Die Nutzungsphase — Waschen und Trocknen — kann über die Jahre überraschend viel draufpacken, vor allem der Wäschetrockner.
Warum „weniger kaufen, länger tragen” gewinnt
Der Fußabdruck verteilt sich auf jedes Tragen. Eine Jacke, die 200-mal getragen wird, hat pro Tragen einen winzigen Fußabdruck; eine, die fünfmal getragen und dann entsorgt wird, einen riesigen. Die Rechnung favorisiert deshalb, in dieser Reihenfolge:
- Trag, was du hast — länger. Die Lebensdauer eines Kleidungsstücks zu verdoppeln halbiert grob seinen Fußabdruck pro Tragen.
- Kauf Secondhand. Ein gebrauchtes Teil bringt fast keine neuen Herstellungsemissionen mit.
- Kauf weniger, dafür besser. Das gesamte Geschäftsmodell von Fast Fashion ist Durchlauf — das Gegenteil von alledem.
- Wasch kälter, trockne auf der Leine. Real, kleiner, kostenlos.
Das ehrliche Fazit
Einen niedrigen Kleidungs-Fußabdruck kannst du dir nicht zusammenkaufen — auch nicht mit „nachhaltigen” Kollektionen, deren größtes Problem ist, dass sie trotzdem neu produzierte Dinge sind. Das günstigste, klimafreundlichste Kleidungsstück ist das, das schon in deinem Schrank hängt. Wie bei den meisten Konsum-Emissionen liegt der Hebel im Weniger-Kaufen und Länger-Behalten, nicht im Ersetzen eines Neukaufs durch einen anderen — und auch nicht im Recycling am Ende.
Quellen: Lebenszyklusanalysen von Bekleidung (u. a. die Jeans-Ökobilanz von Levi Strauss & Co.); Schätzungen des UN-Umweltprogramms und der Ellen MacArthur Foundation zum Anteil der Mode an den globalen Emissionen.